Die Essl Foundation

Im Jahr 2007 haben Martin und Gerda Essl samt ihren vier Kindern die Entscheidung getroffen, eine gemeinnützige Stiftung zu gründen, um ein dauerhaftes Fundament für das umfassende soziale Engagement der Familie zu schaffen. Die Essl Foundation MGE gemeinnützige Privatstiftung wurde im März 2008 gegründet und mit ausreichenden finanziellen Mitteln ausgestattet, um aus deren Erträgen langfristig die Aktivitäten der Essl Foundation zu finanzieren. Ziel ist es, soziale Innovationen, Social Entrepreneurs und Menschen mit Behinderung zu unterstützen.

In der heutigen Praxis widmet sich die Essl Foundation folgenden Aufgaben:

  • Zero Project
  • Die Unterstützung von Sozialprojekten in Österreich, mit einem Schwerpunkt bei Menschen mit Behinderungen und bei Ausbildung und Beschäftigungsmodellen für benachteiligte Menschengruppen
  • Aktive Teilnahme an den Sinnstifter

Die Essl Foundation ist Mitglied im European Foundation Centre (EFC), in der European Venture Philanthropy Association (EVPA) und besitzt den ECOSOC-Status der Vereinten Nationen.

Sinnstifter

Die Sinnstifter wurden 2010 durch sechs Österreichische Stiftungen gegründet und unterstützen seitdem gemeinsam soziale Projekte in Österreich. Soziale Initiativen und/oder Innovationen zu unterstützen oder selbst ins Leben zu rufen – das ist das gemeinsame Ziel. Dafür werden nicht nur finanzielle Mittel eingesetzt; die Stifter und Stiftungsvertreter engagieren sich auch persönlich für die Projekte und unterstützen sie mit ihrem Know-how und ihren Netzwerken. Die ausgewählten Projekte sollen “Steine ins Rollen bringen” – sie sollen als vorbildliche Lösungen dienen können, sie sollen wachsen können und sie sollen möglichst viele Menschen zum Mitmachen animieren. Stiftungen sind zur Zeit in Österreich negativ besetzt, und dem wollen wir auch entgegen wirken, da viele Menschen in und durch Stiftungen Gutes tun und tun wollen.

Sozialprojekte

Die Essl Foundation unterstützt Sozialinnovationen in Österreich, mit einem Schwerpunkt bei Menschen mit Behinderungen und bei Ausbildung und Beschäftigungsmodellen für benachteiligte Menschengruppen. Aktuell wurden und werden folgende Projekte unterstützt:

Essl Social Prize

Der Essl Social Prize wurde vom Ehepaar Martin und Gerda Essl im Jahr 2007 ins Leben gerufen. Damit soll ein sichtbares Zeichen der Mitmenschlichkeit in unserer Gesellschaft gesetzt werden. Am 14. März 2008 wurde der Preis das erste Mal vergeben.

Der Essl Social Prize verfolgte zwei Ziele: Zum einen wurden die Preisträger für ihre herausragenden Leistungen im sozialen Bereich ausgezeichnet. Denn durch ihr Engagement wurden soziale Innovationen zum Erfolg geführt und vielen Menschen damit geholfen. Zum anderen wurde das Preisgeld dafür verwendet, die Ursprungsidee des Preisträgers mit einem innovativen Projekt weiter zu entwickeln.
Zwischen 2008 und 2014 wurden auf diese Weise besonders förderungswürdige, effiziente und wegweisende Projekte unterstützt und als Role Model umgesetzt. Das Preisgeld kam zur Gänze jenen Menschen zugute, die von der Organisation des Preisträgers betreut werden.

Preisträger
  • Preisträger 2013/2014 – Thorkil Sonne / Specialisterne
    Der Preisträger des Essl Social Prize 2014 ist Thorkil Sonne, der in Dänemark ein Beschäftigungsmodell für Menschen mit Autismus umgesetzt hat.

    Dieses erfolgreiche Projekt richtet seinen Augenmerk auf die Stärken von Menschen mit Autismus und bietet ihnen damit die Chance auf einen vollwertigen Arbeitsplatz. Aufgrund ihrer besonderen Fähigkeiten, wie zum Beispiel Genauigkeit, konsequentes, logisches und analytisches Denken oder Konzentrationsfähigkeit sind Menschen mit Autismus für viele Jobs ausgezeichnet qualifiziert. Specialisterne hat sein Augenmerk vor allem auf die Informations- und Kommunikationstechnologie gerichtet.Ein wichtiger Teil des Erfolges von Specialisterne ist es, eine Verbindung von Ausbildung, Qualifizierung, Vermittlung und Betreuung im Job zu schaffen.

    Umgesetzt wird das Projekt vom Verein Specialisterne Austria. Die Finanzmittel des Essl Social Prize werden zum Aufbau der Organisation in Österreich verwendet, zuerst in Wien und in Folge in anderen österreichischen Landeshauptstädten.

    Ziel von Specialisterne Österreich ist es, eine Organisation zu schaffen, die sich in wenigen Jahren selbst trägt und im Bereich der Jobvermittlung und -begleitung unabhängig von Zuschüssen funktioniert.

    Geleitet wird Specialisterne Austria von Stephan Dorfmeister, Elisabeth Krön und Andreas Keplinger.
    Weitere Informationen finden Sie auf der Specialisterne Homepage hier.

  • Preisträger 2012 – Wolfgang Pucher / Housing First Salzburg
    Der Preisträger des Essl Social Prize 2012 ist Pfarrer Wolfgang Pucher, der sich seit vielen Jahren für obdachlose Menschen einsetzt und ihnen mit seiner Arbeit neue Zuversicht gibt. Sein Traum ist es, Österreich von Obdachlosigkeit zu befreien. Bis heute gründete er über 30 VinziWerke und insgesamt 57 Vinzenzgemeinschaften in Österreich und der Slowakei.

    Der 73-jährige Grazer gehört dem Lazaristenorden an. Seit 1973 leitet er die Pfarre St. Vinzenz in Graz. 1991 startete er mit der Initiative VinziBus, die bis heute täglich 70 Obdachlose mit Essen versorgt. 1993 folgte die Gründung des VinziDorfes als Dauerherberge für chronisch obdachlose Menschen. Seit dieser Gründung ist Graz frei von Obdachlosen. Bis heute folgten über 30 weitere Werke, darunter VinziBett, VinziHaus, VinziHelp, VinziMarkt und VinziRast, in denen insgesamt 450 Personen Unterkunft finden und täglich 550 Personen mit Essen versorgt werden können. Mit seinen Projekten gelingt es Pfarrer Pucher täglich, sozial benachteiligten und obdachlosen Menschen zu helfen.

    Die Vinzenzgemeinschaften bilden weltweit Gruppen, die selbstständig und unabhängig auf Basis der Ehrenamtlichkeit bemüht sind, notleidenden Menschen das Leben zu erleichtern und sie wieder in die Gesellschaft einzugliedern. Bis heute gibt es rund 45.000 Gruppen in 175 Ländern.

  • Preisträger 2011 – Almaz und Karlheinz Böhm / Menschen für Menschen
    Am 13. November 1981 gründete Karlheinz Böhm Menschen für Menschen. Grundstock für die Äthiopienhilfe waren 1,2 Millionen Mark (über 600.000 Euro), die nach der legendären Wette bei der ZDF-Sendung „Wetten, dass…?“ im Mai 1981 zusammengekommen waren. Seitdem leistet die Organisation, Hilfe zur Selbstentwicklung in Äthiopien, das laut Weltbank zu den ärmsten Ländern der Erde zählt. Seit November 2008 wird Menschen für Menschen von seiner Ehefrau, der gebürtigen Äthiopierin Almaz Böhm, geleitet.Im Rahmen integrierter ländlicher Projekte unterstützt Menschen für Menschen die Bevölkerung vor Ort. Gemeinsam werden Projekte aus den Bereichen Wasser, Landwirtschaft, Gesundheit, Bildung und Infrastruktur umgesetzt. Zudem setzt sich die Organisation für die Besserstellung der Frauen ein. Das Ziel ist es, den Menschen in Äthiopien Mittel und Wege in die Hand zu geben, mit denen sie ihr Land entwickeln und aus eigener Kraft ihre Lebensumstände verbessern können.

    In Äthiopien sind rund 800 Mitarbeiter für Menschen für Menschen im Einsatz, darunter nur vier Europäer. Die politisch und wirtschaftlich unabhängige, sowie überkonfessionelle Hilfsorganisation hat es sich zum Ziel gesetzt, Menschen in Äthiopien in überschaubarer Zeit von fremder Hilfe unabhängig zu machen.

    Seit dem Start vor 29 Jahren hat sie viel in Äthiopien bewegt: 254 Schulen und 86 Krankenstationen wurden neu gebaut oder erweitert, acht Polikliniken und drei Krankenhäuser errichtet. Außerdem pflanzte die Organisation über 109 Millionen Baumsetzlinge gemeinsam mit der Bevölkerung. Inzwischen erstrecken sich die Projektgebiete von Menschen für Menschen in Äthiopien auf einer Fläche von knapp 50.000 Quadratkilometern (dies entspricht zwei Drittel der Fläche Österreichs) und erreichten bisher über vier Millionen Menschen.

    Almaz und Karlheinz Böhm erhalten für Ihren beispiellosen Einsatz in Äthiopien den Essl Social Prize 2011. Mit dem Preisgeld wird gemeinsam mit der Essl Foundation ein besonderes Projekt für die Äthiopienhilfe von Menschen für Menschen entwickelt.

  • Preisträger 2010 – Bill Drayton / Ashoka-Globalizer
    Bill Drayton ist Gründer und aktueller Vorsitzender von Ashoka, einer Nonprofit-Organisation, die sich zum Ziel gesetzt hat, weltweit sozial orientierte Unternehmer zu finden und zu fördern. Mit Ashoka ist es in den vergangenen drei Jahrzehnten gelungen, den Begriff Social-Entrepreneurship zu weltweiter Bedeutung zu führen und ein bedeutendes internationales Sozial-Netzwerk aufzubauen. Bis zum heutigen Tag wurden mehr als 2.500 Ashoka-Fellows in rund 70 Ländern auf fünf Kontinenten begleitet.Bill Drayton will dieses Netzwerk nun dazu nützen, bewährte Projekte auch in anderen Ländern umzusetzen und somit soziale Innovationen von der lokalen oder regionalen Ebene auf eine internationale Ebene stellen.

    Dafür wurde die Initiative Ashoka-Globalizer gestartet, die als Prozess der Internationalisierung von Sozialinitiativen zu verstehen ist:

    Auswahlverfahren: Von den mehr als 2.500 Ashoka-Mitgliedern weltweit wurden für das heurige Jahr 25 für die Globalizer ausgewählt.

    Auswahlkriterium: Das Projekt muss inhaltlich und organisatorisch auf internationaler Ebene umsetzbar sein. Der Globalizer-Prozess von Ashoka findet künftig jedes Jahr statt, es werden neue Globalizer ausgewählt und damit auch der soziale Effekt jährlich erhöht.

    Hofburg-Gespräche: Die 25 ausgewählten Globalizer treffen mit 25 Business Entrepreneurs und Philanthropen aus aller Welt zusammen. In Einzelgesprächen werden mehrjährige Business Pläne, Konzepte und Umsetzungs-Szenarien der Social Entrepreneurs diskutiert, weiterentwickelt und in der Folge die tatsächlich erreichte Verbreitung der sozialen Wirkung gemessen. Laufender Austausch der Globalizer-Gemeinschaft via Internet-Plattform, der Mindshare-Community, oder persönlicher Treffen. Konkrete Umsetzung von den ausgewählten Projekten mit Hilfe der Philanthropen und Business Entrepreneurs mit dem Ziel, die Anzahl der Menschen, die von diesen Initiativen profitieren, deutlich anzuheben.

    Erfolgskontrolle auf Effizienz des Globalizer-Prozesses: Wie viele Menschen werden von den ausgewählten Projekten heute und wie viele Menschen in einem und in fünf Jahren erreicht? Wieviele Länder werden künftig zusätzlich bearbeitet?

    Mit dem Preisgeld des Essl Social Prize wird der gesamte Prozess von der ersten Vorbereitung bis zur vollständigen Umsetzung im ersten Jahr finanziert.

    Bill Drayton: Jahr für Jahr globalisieren 25 neue Ashoka Fellows ihre Aktivitäten. In einigen Jahren wird die gesamte Initiative für hundertausend Menschen eine messbare Verbesserung ihrer Lebensbedingungen bewirkt haben.

  • Preisträger 2009 – Elisabeth Szekeres / Tibor háza
    Frau Szekeres hat vor 22 Jahren begonnen, in Ungarn die Stiftung „Für gleiche Chancen!“ aufzubauen. Sie hat einen schwer behinderten Sohn und wollte mit ihrer Initiative anfangs bessere Lebensbedingungen für ihn schaffen. Mittlerweile sind daraus mehrere Wohn- und Arbeitsstätten für Menschen mit Behinderung entstanden, in denen sie in vielfältiger Weise betreut werden. Nach dem Integrationsprinzip werden für schwer bzw. mehrfach behinderte Menschen individuell abgestimmte Pflege und Förderung angeboten.Die Organisation von Frau Szekeres zeichnet sich dadurch aus, dass neue Konzepte und Lösungsansätze in der Betreuung ausprobiert und in weiterer Folge professionell umgesetzt werden.

    Mit den finanziellen Mitteln des Essl Social Prize wurde das Tibor háza errichtet. Ein vierstöckiges Wohnhaus, bei dem auf die besonderen Bedürfnisse seiner Bewohner individuell Rücksicht genommen wird. Dies sind im Besonderen Jugendliche, Familien und ältere Menschen mit Behinderung. Bis zu 30 Personen werden hier mit ihren Betreuern Platz finden. Für sie wurde ein Zuhause geschaffen, in dem sie ein Leben lang würdig betreut werden können. Das Wohnhaus ist in unmittelbarer Nähe der bereits bestehenden Einrichtungen in Csömör/Budapest gebaut und vor kurzem eröffnet worden.
    Von der EU ist das Tibor háza als internationale Ausbildungsstätte für Sozialbetreuer ausgewählt worden.

  • Preisträger 2008 – Georg Sporschill / Casa Abraham
    Pater Georg Sporschill gründete bereits vor 16 Jahren das Sozialprojekt „Concordia – Stadt der Kinder“ für Straßenkinder in Rumänien. Nun ist es an der Zeit, den heranwachsenden Jugendlichen eine Berufsausbildung und damit eine neue Lebensperspektive zu bieten.Mit dem Preisgeld des Essl Social Prize wurde unter dem Namen „CASA ABRAHAM“ ein Wohn- und Ausbildungshaus für 24 Jugendliche errichtet.

    Das Haus wurde in unmittelbarer Nähe zu den bestehenden Concordia-Gebäuden errichtet und bietet neben den Wohneinheiten und einer Kapelle Platz für einen Modellkindergarten und Räume für ein Arbeitstraining.

    In therapeutisch-betreuten Gruppen werden die Jugendlichen auf den Arbeitsprozess vorbereitet, so dass sie im Anschluss eine Lehre absolvieren können oder andere Tätigkeiten in Unternehmen übernehmen können.

    Der Kindergarten dient zum einen als Erziehungsstätte für die Kleinen, gleichzeitig wird er auch als Ausbildungsstätte in der Kindergarten-Pädagogik für junge Mädchen verwendet. Der Bedarf an erzieherischen Berufen ist in Rumänien sehr hoch.